• SARAH DWYER

PINK THRILLS IN ERGOLDSBACH


Plötzlich und fies staubtrocken und ein erfreulicher Durchmarsch gleich danach….

Nach dem Lauf ist vor dem nächsten Lauf – dieser jederzeit brauchbare, simple, ein wenig abgewandelte Ausspruch scheint wohl in diesem Frühjahr Programm zu sein. Gleich nach dem letzten „Nimm2“-Wochenende mit den Wettbewerben in Ruhstorf und Passau folgte vergangenen Samstag der Stadtparklauf in Osterhofen und mein vom letzten Jahr in bester Erinnerung gebliebener Rogatemarktlauf in Ergoldsbach. Zwei Läufe, wie sie im Nachhinein betrachtet keine 24 Stunden auseinander lagen, aber mich dennoch staunen ließen. Aber Eins nach dem Anderen:

Warm und frühsommerlich sollte es am Samstag werden, so hieß es. Und ja, das war es tatsächlich, denn die fast schon schmerzlich vermisste, liebe Sonne zeigte sich in den Nachmittagsstunden sehr deutlich. Ich war verblüfft, wie ihre Strahlen bereits an Intensität erlangen konnten. In Osterhofen galt es 8 km in 5 Runden (ich muss hiermit gestehen, dass ich nicht gerade zu den Laufrunden-Liebhaberinnen gehöre), angefangen auf der Laufbahn, dann sofort auf die Schotterwege des Stadtparks zu bewältigen. Die ein oder andere kleine Anhöhe, ein Teerstraßenabschnitt und kleine Brückerl gab es auf der Laufstrecke. Die Route war mir vom letzten Jahr bekannt, aber der plötzliche Temperaturanstieg von mind. 20 Grad Celsius, die intensiven Sonnenstrahlen, der hohe Luftdruck und die irgendwie seltsam empfundene Trockenheit machten mir ganz schön zu schaffen. Hätte es doch nur einen Becher Wasser gegeben beim fünfmaligen Umrunden, zum drüber schütten, nippen, runter schütten, befeuchten, egal. Hart war‘s, schwere Beine hatte ich und noch schlimmer: ich hatte das Gefühl einfach nicht vom Fleck zu kommen. Da macht Runden zählen wirklich keinen Spaß. Anfänglich ging es gut, ich fiel dann aber zurück, weil ich nach der zweiten Runde schon merkte, dass dies kein Glanzstück werden wird. Mit gefühltem platzenden Schädel steuerte ich nach dem ersehnten Zieleinlauf direkt und ohne Umwege auf den Tisch mit den gefüllten Trinkbechern zu und bekämpfte meinen Durst. Schön ist immer das Gefühl, einen Lauf beendet zu haben, in diesem Fall doppelt und dreifach, aber wenn man alte Laufhasen im Ziel anschließend sagen hört “ Mei, heit wars aber ganz sche hart, so warm, so drucka, ziemlich anstrengend fei!“ , dann sind die Zweifel an der eigenen Leistung gar nicht mehr so präsent. Nach dem Blick auf meine Uhr überwiegte die Freude darüber, dass ich mich zum Vorjahr um 2,5 Minuten verbessern konnte. „Ach,… Pfeif‘ auf die schweren Haxn und die Hitz, des passt scho heit!“, flüsterte mir die sympathische Hälfte meiner inneren Stimme zu. J Da die Anzahl der Läuferinnen und Läufer überschaubar war, konnte ich in meiner AK einen vorderen Platz belegen und einen feinen Pokal mitnehmen. Meinen Laufkumpelinen erging es ähnlich, somit hatten wir alle, AK unabhängig, am Ende einen schönen Grund zur Freude und strahlten mit der Sonne um die Wette. Im Anschluss durfte ein Besuch beim Aldersbacher Frühlingsfest, auch im Hinblick auf die Landesausstellung „Bier in Bayern“ 2016, nicht fehlen. Staubig war es dort nicht mehr, die Radlermaß war fantastisch.

Ganz anders war es keine 24 Stunden später. Ab 11.02 Uhr hieß es in Ergoldsbach anlässlich des Rogatemarktlaufs wieder Vollgas geben. Diesen Termin hatte ich schon lange vorgemerkt, weil ich diesen Bewerb vom letzten Jahr aus mehreren Gründen noch in guter Erinnerung hatte: erstens schaffte ich zum ersten Mal die 10 km unter 50 Min., zweitens erreichte ich, zusammen mit meiner lieben Kollegin Vroni Platz 2 und 3 in unserer AK und drittens kochten wir uns von den Preisen vom letzten Jahr, am nächsten Schultag im Lehrerzimmer ein leckeres Pastagericht, und stießen gebührend auf Vronis „sie kam und siegte sofort“ an. Dieses Jahr war es ein wenig anders, wie sich herausstellte, oder fast noch besser.

Gleich auf dem Weg zur Startnummernausgabe begegnete mir ein auffällig groß gewachsener, interessant bunt gekleideter Läufer, welcher, wie ich pinke, kniehohe Socken trug. Im Vorbeigehen merkte ich an, dass pinke Socken ja scheinbar „in“ zu sein scheinen und wir konnten uns ein sympathisches, uns gegenseitig belustigendes Schmunzeln nicht verkneifen. Kurz vorm Start erfuhr ich allerdings von meiner Kollegin Vroni, dass sie auf die 5,1 km Distanz ummeldete, weil sie einen Tag zuvor ein hartes Fußballspiel hatte. Ich fühlte mich „verraten“, verstand dies allerdings gut, denn ich habe aufgrund meines wenig motivierenden Laufgefühls vom Vortag dasselbe vor. Aber mein schier unerschütterlicher Mut-zu–kleinen-Qualen-Wille verhinderte dies. So standen die 10 km in vier Runden auf dem Programm. Runden, ja schon wieder Runden. Nun, wie lief es also?

Vroni die Rennsemmel hielt sich die ersten 4 km flott vor mir, dann liefen wir nebeneinander und erfreulicherweise konnte ich sie zu ihrem genialen Ziellauf peitschend und schreiend begleiten. Es war ein tolles Gefühl, da sie zudem die erste Frau bei den 5,1 km im Ziel war. Ich durfte dann noch weitere zwei Runden absolvieren, doch angetrieben von so viel Freude über ihre Leistung und darüber, davon ein kleiner Teil gewesen zu sein, machten mir die restlichen 5km nicht mehr so viel aus. Ich gaste um Ergoldsbach herum, klasse angefeuert von vielen Zuschauern und dem Moderator. Schließlich konnte ich eine für mich letztes Jahr noch wenig greifbare Zeit von heuer 45:51 erzielen. Da erschien es fast unwichtig, dass ich tatsächlich die erste Frau auf 10km im Ziel sein konnte, was mich natürlich mächtig stolz machte.

Diesen für mich bedeutenden Lauf widme ich hiermit zwei Personen: erstens dem Geburtstagskind Dario Karamatic, der es mir nicht übel nahm, dass ich an seinem Ehrentag wieder mal „laufen“ ging (aber siehe da, welch Zeiten da plötzlich raus kommen können…) und Dominik Brunner. Letzterer war, so hörte ich, bis zuletzt Vorstandsmitglied beim hiesigen Ziegelhersteller und dies ist u.a. wohl auch der Grund, warum jedes Jahr ein Teil der Startgebühren in die Dominik Brunner Stiftung und dem Präventionskonzept namens packma’s zu Gute kommen. Dies finde ich nicht nur vorbildlich und unterstützenswert, sondern auch sehr nützlich. Auch ich konnte mich im Zuge einer Fortbildung unter selben Namen von der enormen Bedeutung vieler Maßnahmen, Inhalte und Erkenntnisse zum Thema Schule ohne Gewalt überzeugen und belehren lassen (danke hiermit an meine Schwester Cindy, die diese wertvolle Veranstaltung letztes Jahr half zu organisieren). Gewaltprävention und Zivilcourage sind absolut elementar in unserer Gesellschaft und sozialer Mut bzw. der Mut des Einzelnen zum eigenen Urteil sind unabdingbare, wichtige Voraussetzungen unserer zivilisierten Welt, ein Grundbaustein des friedlichen Miteinanders. Situationen, in denen, sozial verantwortliches Handeln nötig ist, begenen uns allen, täglich, egal wo und jenes Verhalten muss gefördert werden. Dominik Brunner war und ist ein großes Vorbild für solches und handelte bewusst zivilcouragiert, trotz drohender, letztlich tödlicher Nachteile für seine eigene Person. Es ist schön zu wissen, dass die Stiftung durch eine tolle Sportveranstaltung mitgefördert wird.

Was unsere Resultate betraf, so hatten wir nun doppelten Grund zu feiern, nein sogar dreifach, denn mein Laufkumpel und mich auf den Wettkampfstrecken zurufender und schier ewig drangsalierender Laufkumpel Tobias konnte bei den Männern auf 5,1 km ebenso als erster ins Ziel rasen und stellte sogar den neuen dortigen Streckenrekord auf. Cool wars, stolz waren wir, kaputt waren wir auch. Die Siegerehrung verlief anders als sonst, nicht so ganz regelkonform, aber wem oder was nutzt es im Nachhinein päpstlicher als der Papst zu sein? Die Motivation bleibt erhalten, somit ist es das, was zählt.

Das Fazit des letzen Double Features: es war gar nicht so schlimm; ich glaub ich mag wieder; bei warmen Temperaturen lauf ich wie eine Schnecke; Bernhard Fleischi Fleischmann von Bayern3 steht auch auf pinke Socken; zusammen laufen und siegen macht besonders viel Spaß; eine Radlermaß und eine Torte nach erbrachter Laufleistung sind unschlagbar und schließlich laufend Gutes zu tun ist geil.

In diesem Sinne keep on running, denn du hast währenddessen zwei Möglichkeiten: Du kannst das Handtuch werfen, oder dir damit den Schweiß aus dem Gesicht wischen

Ich glaube am kommenden Sonntag werde ich viele Handtücher brauchen!!!

Bis ganz bald!

Eure Sarah

#Charitie #RUNCLUB #Running #DominikBrunnerStiftung

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